Kommissar Kluftinger ist gerade bei seinem geliebten Kässpatzenessen, als ihm die Nachricht von einem Mord – ausgerechnet in seinem Wohnort Altusried – den Appetit vergällt. Ein Chemiker des örtlichen Milchwerks ist stranguliert worden. Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert Kluftinger einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle – und entdeckt einen scheinbar vergessenen Verrat, dunkle Machenschaften und einen handfesten Skandal.
Der Erfolgskrimi aus dem Allgäu – jetzt in den Reader’s Digest Auswahlbüchern.
Die Autoren im Gespräch
Man kann sich nicht vorstellen, dass in einer solchen Idylle wie dem Allgäu auch Verbrechen stattfinden können.Klüpfel/Kobr: Dass das Allgäu bislang ein Landstrich von einander herzenden Gutmenschen war, ist ein Klischee, das durch keine Realität auch nur annähernd gedeckt wird. Natürlich wird die Mordrate hier im Vergleich zu städtischen Ballungsräumen niedriger gewesen sein und es immer noch sein. Das liegt aber ganz einfach daran, dass dieser Raum einfach spärlicher besiedelt ist als beispielsweise das Ruhrgebiet und die Menschen mehr Möglichkeiten haben, sich aus dem Weg zu gehen, statt einander die Köpfe einzuschlagen. Aber es gibt auch hier alle erdenklichen Arten der Kriminalität, vom organisierten Drogenhandel bis zum Familiendrama.
Was war Ihre Motivation, einen Regional-/Allgäukrimi zu schreiben?
Klüpfel/Kobr: Wir hatten und haben nicht die Motivation, einen Regionalkrimi zu verfassen. Wir wollten zunächst zusammen ein Buch schreiben. Da wir beide gern Krimis lesen, lag es auf der Hand, einen solchen zu verfassen. Dass dieser hier spielen muss, war evident: Wir sind hier aufgewachsen, haben gleichsam „ein Leben lang“ hier recherchiert.
Die Idee zu „Milchgeld“ entstand während einer Autobahnfahrt im Jahr 2000 von der Expo zurück ins Allgäu. Warum wurde das Buch erst Jahre später geschrieben?
Klüpfel/Kobr: Wie das so ist mit Ideen: man beschließt etwas und das versinkt dann für Jahre in der Versenkung. Zwar hat Michael Kobr während seines Staatsexamens in Germanistik und Romanistik schon ein paar Seiten Kluftinger geschrieben – auch die „ruhten“ dann in der Schublade, bis unser erster Verlag auf uns zukam und fragte, ob wir Interesse hätten, einen Kriminalroman zu schreiben.
Wie schreibt man zu zweit ein Buch?
Klüpfel/Kobr: Man bespricht gemeinsam die Szenen, streitet oft darüber, dann geht jeder zu sich nach Hause und schreibt. Anschließend schicken wir uns die Szenen zu und korrigieren sie gegenseitig – dann entsteht eine Mischung, die in unserem Fall offenbar den Nerv der Leser trifft.
Was für Erwartungen hatten Sie selbst an „Milchgeld“?
Klüpfel/Kobr: Nun ja, als wir die ersten Bücher in Händen hielten, sagte Volker wörtlich: „Die werden wie Blei in den Regalen liegen!“ Michael war da etwas optimistischer: Tausend Stück würden schon verkauft werden. Mittlerweile wurden über 500.000 Exemplare daraus und wir gehören im Piper-Verlag zu den Büchern, die sich richtig gut verkaufen – deutschlandweit. So ein Erfolg ist nicht planbar, das hofft man nicht einmal. Das ist eher – wie der Piper-Chef sagte – ein „Märchen aus der Provinz“.
Neben Volker Klüpfels und Michael Kobrs Buch finden Sie im neuen Band der Reader’s Digest Auswahlbücher noch drei weitere Romane der Extraklasse.
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